Karriere und Wiedereinstieg
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Karriere und Wiedereinstieg

Initiativen, Projekte und Maßnahmen, um die Chancengleichheit von Frauen im Beruf zu verwirklichen.

Frauen möchten wirtschaftlich unabhängig sein, ihre Fähigkeiten im Beruf einsetzen, Verantwortung übernehmen. Doch im beruflichen Alltag treffen Frauen zu oft noch auf Hindernisse, zum Beispiel bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder dem angemessenen beruflichen Wiedereinstieg nach einer Elternphase. Mit verschiedenen Initiativen will die Landesregierung Chancengleichheit von Frauen und Männern verwirklichen.

Frauen in Führungspositionen

Die Landesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den weiblichen Führungskräftenachwuchs zu fördern. Damit sollen Frauen gezielt bei ihrem beruflichen Karriereweg unterstützt werden.

Das Mentoring-Programm KIM - Kompetenz im Management bringt Partnerinnen aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen und richtet sich an junge, aufstiegsorientierte Frauen. Dabei sind vor allem Nachwuchskräfte aus kleinen und mittleren Betrieben angesprochen. Zur Karriereförderung können sie vom Erfahrungswissen einer weiblichen Führungskraft profitieren, die ihnen als Mentorin vermittelt wird.

Das Mentoring-Programm KIM-Kompetenz im Management wird vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert, um die Zahl der Frauen in Führungspositionen in nordrhein-westfälischen Unternehmen zu steigern.

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Weibliche Fachkräfte für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Die Landesregierung unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Gewinnung weiblicher Fachkräfte. Die Kompetenzzentren Frau und Beruf "Competentia NRW" sind dabei ein wichtiges Projekt und Teil der Landesinitiative "Frau und Wirtschaft" des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Kompetenzzentren unterstützen kleine und mittlere Unternehmen der Region dabei, eine frauen- und familienfördernde Personalpolitik zu etablieren. KMU bietet das die Möglichkeit, für mehr Fachkräfte interessant zu sein und sich von der Konkurrenz abzuheben.

Ziel der Kompetenzzentren ist die berufliche Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die Erwerbstätigkeit von Frauen soll qualitativ und quantitativ verbessert, die Potenziale von Frauen sollen stärker genutzt werden. Die Zentren bringen dazu regionale Akteurinnen und Akteure miteinander in Kontakt und unterstützen sie mit Informationen und konkreten Hilfestellungen. Die Kompetenzzentren beraten kleine und mittlere Unternehmen dabei, weibliche Fachkräfte zu gewinnen und an sich zu binden, geben Tipps zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und helfen, die Potenziale der Frauen im Unternehmen weiterzuentwickeln.

Competentia NRW ist ein bundesweit einmaliges Unterstützungsangebot, bei dem Unternehmen und Frauen gemeinsam von beruflicher Gleichstellung profitieren.

Existenzgründung

Ideen, Kreativität und Wissen von Frauen sind für Gründungen und Startups unverzichtbar. Die Initiative Unternehmerinnenbrief NRW hat das Ziel, Frauen mit Gründungsideen zu ermutigen und zu motivieren, bestehende Hemmnisse zu beseitigen und Frauen bei der Gründung und Etablierung ihrer Unternehmen zu unterstützen. Die Initiative wird vom Ministerium gefördert. 

In acht Regionen Nordrhein-Westfalens können sich Gründerinnen und Unternehmerinnen um die Auszeichnung Unternehmerinnenbrief bewerben. Ausgezeichnete werden ein Jahr lang von einer Patin oder einem Paten begleitet und bei der Unternehmensplanung unterstützt.

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    Beruflicher Wiedereinstieg

      Wenn Kinder zu betreuen sind oder Angehörige zu pflegen, gehören Phasen einer beruflichen Auszeit für Eltern oder Familienangehörige dazu - das betrifft immernoch vor allem Frauen. Wer aussteigt, will aber meist auch wieder zurück in den Beruf.

      Die Landesregierung hat das Ziel, den beruflichen Wiedereinstieg nach einer Familienzeit zu verbessern, Wege in eine dauerhafte, existenzsichernde und qualifikationsgerechte Erwerbstätigkeit aufzuzeigen und damit gute berufliche Entwicklungsperspektiven für Berufsrückkehrende in Nordrhein-Westfalen zu stärken. 

       

      Lokale Netzwerke W(iedereinstieg)

      Hierzu unterstützt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung lokale Netzwerke in den Kreisen und kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens und fördert gemeinsame Aktivitäten zur Verbesserung beruflicher Wiedereinstiegsprozesse. Beteiligt sind regelmäßig die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sowie die Beauftragten für Chancengleichheit der Arbeitsagenturen und Jobcenter.

      Unter anderem werden in vielen Orten regelmäßig attraktive Infobörsen der Netzwerke zum Wiedereinstieg durchgeführt und innovative Unterstützangebote zur Überwindung von Wiedereinstiegs- und Vereinbarkeitshürden für Alleinerziehende, für Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund und Pflegeverantwortliche entwickelt und erprobt.

      Folgende landesgeförderte Internetportale informieren über örtliche und regionale Unterstützungsangebote:

       

      In den Job starten – Tipps und Links

      • Der Bildungsscheck NRW ist ein Förderangebot, das sich auch an Berufsrückkehrende wendet. Damit übernimmt das Land die Hälfte der Kosten für die berufliche Weiterbildung, höchstens jedoch 500 Euro. Berufsrückkehrende können jährlich einen Bildungsscheck erhalten. Der Bildungsscheck NRW wird über ausgewählte Beratungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen vergeben. Anlaufstellen sind beispielsweise Kammern, Wirtschaftsförderungen, Volkshochschulen oder Weiterbildungs-Netzwerke, wie sie in einigen Regionen bestehen.
      • Bei KURSNET sind Sie ebenfalls richtig, wenn Sie sich beruflich bilden wollen, auch als Vorbereitung auf den beruflichen Wiedereinstieg. KURSNET wird von der Bundesagentur für Arbeit angeboten und informiert bundesweit und regional zu Weiterbildungsmöglichkeiten.
      • Die Erwerbslosenberatungsstellen in NRW sind auch für Berufsrückkehrende offen. Die Einrichtungen informieren über Anlaufstellen, Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.
      • Das Förderangebot "Beratung zur beruflichen Entwicklung" (BBE) unterstützt Personen in beruflichen Veränderungsprozessen, die in Nordrhein-Westfalen wohnen und arbeiten. Dazu gehören auch Berufsrückkehrende. Die Beratung wird von qualifizierten Beraterinnen und Beratern durchgeführt und ist kostenlos.
      • Im Rahmen der Beratung zur beruflichen Entwicklung (BBE) wird auch die Fachberatung zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen angeboten.
      • Das Portal „Weiterbildungsberatung in Nordrhein-Westfalen” unterstützt Sie bei der Suche nach Beratungsstellen und gibt einen Überblick zu den Förderangeboten des Landes.

       

      Wiedereinstieg durch eine Berufsausbildung in Teilzeit
      Die Ausbildung in Teilzeit ist eine familienfreundliche Form der Ausbildung und eröffnet die Möglichkeit zum qualifizierten Wiedereinstieg. Alle Ausbildungsberufe des dualen Systems können mit einer Ausbildung in Teilzeit absolviert werden. Entsprechende Regelungen gibt es auch für die meisten, durch andere Gesetze geregelte Berufsausbildungen, beispielsweise in der Kranken- und Altenpflege.

      • Programm: Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen
      • Broschüre zur Ausbildung in Teilzeit – Bundesministerium informiert (PDF)
      • Die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit ist das größte Online-Stellenportal in Deutschland. Das Angebot ist kostenlos und bietet neben der komfortablen Suche nach Voll- oder Teilzeitstellen die Selbstorganisation eines professionellen Bewerbungsprozesses.
      • Eine berufliche Selbstständigkeit kann eine attraktive Alternative sein, um in das Arbeitsleben zurückzukehren. In Nordrhein-Westfalen bieten Startercenter Informationen, individuelle Beratung und vielseitige Schulungsangebote.
      • Im Tarifregister NRW werden alle Tarifverträge, die in Nordrhein-Westfalen gültig sind, registriert. Sie können sich hier einen Überblick über die Grundvergütungen in den unterschiedlichen Berufen und Branchen verschaffen.
      • Die Landesinitiative Faire Arbeit informiert zum Minijob und den Rechten als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer. Die Minijobzentrale ist zentrale Anlaufstelle für Minijob-Beschäftigte und Arbeitgeber.

       

      Wiedereinstieg und Altersvorsorge
      Mit dem beruflichen Wiedereinstieg tragen Sie zu einer eigenständigen Altersvorsorge bei. Die gesetzliche Rentenversicherung ist dabei das wichtigste Standbein der Alterssicherung in Deutschland. Daneben stehen die beiden schmaleren Säulen der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge.

       

      Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen – Suchen und Finden

      • Für einen gelingenden Wiedereinstieg wird es insbesondere auch darum gehen, eine verlässliche Kinderbetreuung zu organisieren und den Familienalltag der neuen Situation anzupassen.
      • Das Portal Kita NRW informiert über Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen und bietet mit dem KiTa-Finder NRW die Möglichkeit, einfach und unkompliziert Einrichtungen vor Ort zu finden.
      • Familienzentren sind Kindertageseinrichtungen, die neben der Kinderbetreuung auch Familienberatung und Familienbildung aus einer Hand anbieten. Mit ihrem Angebot wollen Familienzentren Eltern bei der Erziehung und im Alltag stärken. Informationen und Standorte finden Sie hier.
      • Zur Kinderbetreuung an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen informiert ein Internetportal – mit Kurzbeschreibungen, Konditionen und Adressen der vorhandenen Kinderbetreuungs- und Familienberatungsangebote.
      • Das Familienportal des Bundesfamilienministeriums informiert über sämtliche staatliche Familienleistungen, die Antragsverfahren und gesetzliche Regelungen. Das Familienportal orientiert sich dabei an den unterschiedlichen Lebenslagen von Familien. Themen sind u.a. „Familie und Beruf“ oder „Wiedereinstieg“.

       

      Beruf und Familienaufgaben teilen – NRW-Väterportal, Leitfaden hilft beim Aushandeln

      • Väter sind als „Co-Wiedereinsteiger“ auf dem Weg in den Beruf beteiligt. Das Portal vaeter.nrw bietet eine Plattform für Väter und informiert auch zu Vereinbarkeit und Familie.
      • Gelingende partnerschaftliche Aushandlungsprozesse und gute Bedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen (Wieder-)Einstieg. Eine Broschüre der Landesinitiative Netzwerk W bietet einen praktischen Leitfaden zum Selbst-Coaching für junge Eltern.

       

      Weiterführende Links: 

      Berufliche Perspektiven für geflüchtete Frauen

      Das Projekt Permenti - Perspektive Mentoring Integration unterstützt neu zugewanderte Frauen dabei, den beruflichen Einstieg zu planen noch während sie Deutsch lernen und Integrationskurse besuchen. Es richtet sich an geflüchtete Frauen mit einem höheren Bildungsabschluss (Abitur/Studium) und/oder Berufserfahrung.

      Auch qualifizierte Frauen benötigen eine intensive Begleitung, um beruflich Fuß zu fassen. Durch diese sowie durch eine Hospitation oder ein Praktikum sollen sie schon früh einen Einblick in die deutsche Arbeitswelt erhalten sowie ihre (Fach-)Sprachkenntnisse ausbauen. Das Projekt wird durch das Ministerium gefördert.