Haus am Rosendahlweg in Ratingen

Praktische Denkmalpflege

Mit rund 82.000 Baudenkmälern und  rund 6100 Bodendenkmälern verfügt Nordrhein-Westfalen flächendeckend über eine vielfältige Denkmallandschaft.

Bau

Baudenkmäler

Knapp 82.000 Sakralbauten, historische Wohn- und Geschäftshäuser, imposante Adelsbauten und alte Befestigungsanlagen zeugen von der großen und wechselvollen Historie des Landes Nordrhein-Westfalen. Hiervon sind rund 80 Prozent im Besitz privater Denkmaleigentümer. Baudenkmäler sind jedoch weit mehr als bloße Anschauungsobjekte der Geschichtsforschung. Sie zu erhalten ist von zentraler Bedeutung für die Attraktivität der Städte und Regionen. Mangelnde Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, unsachgemäßer Umgang, Grundstücksspekulation oder gar das Desinteresse eines Eigentümers können ihre Existenz jedoch gefährden. Deshalb fördert die Landesregierung Nordrhein-Westfalen den Schutz und die Pflege wertvoller Baudenkmäler.

Als Denkmalbereiche können außerdem Stadtgrundrisse, Stadt- und Ortsbilder und Stadtsilhouetten, Stadtteile, Stadtviertel, Siedlungen, Gehöftgruppen, Straßenzüge, bauliche Gesamtanlagen und Einzelbauten geschützt werden. In Nordrhein-Westfalen sind dies derzeit über 231.

Villa Mittelsten Scheid am Boltenberg in Wuppertal in der Frontansicht
Villa Mittelsten Scheid am Boltenberg in Wuppertal

Bodendenkmäler

Bestattungsplätze, Kultorte, alte Handelsplätze und Überbleibsel von Wehranlagen: Die rund 6.100 Bodendenkmäler in Nordrhein-Westfalen ermöglichen faszinierende Einblicke in die Lebensweise unserer Vorfahren. Denn gerade im Boden befinden sich die meisten Spuren der Menschheitsgeschichte. Um das kulturelle Erbe des Landes zu bewahren, sind Bodendenkmalschutz und Bodendenkmalpflege gesetzlich geregelte Belange, die in öffentlichem Interesse stehen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Erforschung und Präsentation von Bodendenkmälern auf vielfältige Weise und trägt dazu bei, diese vor Baumaßnahmen und Bodeneingriffe zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten.

Archäologie und Bodendenkmalpflege wirken in hohem Maße sinn- und identitätsstiftend, sie bewahren unser kulturelles Erbe für unsere Nachkommen und nehmen darüber hinaus eine wichtige Rolle in der Landesplanung, Raumordnung und Stadtentwicklung ein.

Bewegliche Denkmäler

Neben Bau- und Bodendenkmälern sind auch bewegliche Denkmäler eine eigene Kategorie im Denkmalschutzgesetz. Dazu zählen alle nicht ortsfesten Kulturdenkmäler. Dies können zum Beispiel Gemäldesammlungen, Möbel, Glocken, liturgische Gewänder, Bücher, Vereinsfahnen bis hin zur historischen Straßenbahn sein. Auch die Funde archäologischer Grabungen können in diese Kategorie fallen. In NRW sind derzeit über 757 bewegliche Denkmäler geschützt.